Wetterelemente in den Alpen – Wissen für Bergsteiger

Berge im Walliser Alpenraum bei wunderschönem Sonnenwetter

Die Tage sind kürzer. Es liegt mehr Schnee und die Temperaturen sind kälter. So ist es im Winter. Aber welche Auswirkungen hat das auf meine Touren, Planung und die Durchführung. Heute soll es deshalb rund um das Thema Wetter und Wetterelemente beim Bergsteigen gehen und alles was es rund um das Thema Wetter zu wissen gibt.

 

Wetterelemente – was ist alles zu beachten

Folgende Wetterelemente wollen wir uns im Folgenden näher anschauen

  • Temperatur
  • Wind
  • Luftdruck
  • Bewölkung
  • Niederschlag

 

Temperatur

Bei der Temperatur sind im Winter vor allem zwei Dinge wichtig. Wann und wo schneit es und wann gefriert der Schnee. Allgemein kann man sagen, dass die Schneefallgrenze abhängig von der Intensität des Niederschlags 200 bis 500m unter der Nullgradgrenze liegt. Nasser Schnee gefriert bis ca.1300m unter die Nullgradgrenze tragfähig. Wichtig ist, dass es hier um grobe Anhaltswerte geht.

 

Wind

Das Thema Wind ist im Winter entscheidend. Ich denke jeder kennt es von Hochtouren. Geht ein starker Wind, dann fühlt es sich gleich nochmal kälter an. Im Winter mit den kalten Temperaturen in Kombination zum Wind kann es deshalb leichter zu Erfrierungen kommen. Um einschätzen zu können, wie kalt es sich anfühlt auf der Haut, gibt es die Windchill Tabelle. Hier kannst du sehen wie kalt die gefühlte Temperatur ist.

 

Luftdruck

Wichtig beim Luftdruck ist vor allem die Veränderung des Druckes. Über einen Höhenmesser kann man diese Veränderung gut sehen. Bei einer Änderung von 20m kann man bereits eine Tendenz sehen. Bei einer Änderung von 50m auf dem Höhenmesser (obwohl man eigentlich auf einer anderen Höhe ist) deutet dies eindeutig auf einen Wetterwechsel hin. Mehr dazu später!

 

Bewölkung 

Bei der Bewölkung interessieren vor allem zwei Dinge. Erstens wie viel vom Himmel ist mit Wolken bedeckt und zweitens die Höhe der Wolkenbasis. Auch diese wird manchmal im Wetterbericht angegeben.

 

Niederschlag

Auch dieser Wert ist im Laufe der Zeit immer genauer geworden. Als Faustformel kann man sagen, dass ein 1mm Regen etwa 1cm trockenem Schnee entspricht.

 

Download “Checkliste Wetter” Checkliste_Wetter.pdf – 185-mal heruntergeladen – 382 kB

Wetterbericht – zuverlässig für das Planen von Touren?

Jeder sollte vor der Tour den Wetterbericht checken. Dabei ist wichtig, wie genau die Daten sind und wie zuverlässig. Allgemein kann man sagen, dass die genausten Prognosen zum Bodendruck sind und schlechtesten zur Niederschlagsmenge. Entscheidend beim Wetterbericht ist die Aktualität. Die Trefferquote von kurzfristen Berichten ist deutlich höher. Zudem solltest du einen Wetterbericht suchen, der speziell für die Berge ist und nicht einen allgemeinen. Empfehlen kann ich dir Meteoblue und einen Wetterdienst aus der Schweiz. zusätzlich solltest du zum Wetterbericht auch immer den Lawinenlagebericht anschauen, um deine Entscheidung zu deiner Tour zu fällen.

 

Die besten Wetterberichte für Bergsteiger

Wetterzeichen – Die Ankündigungen deuten

Das Wetter deutet sich meistens vorher an. Um nicht komplett überrascht zu werden ist es für Bergsportler wichtig die Anzeichen zu erkennen und zu interpretieren und mit dem Wetterbericht zusammenzubringen. Im Folgenden möchte ich dir ein paar Wetterzeichen vorstellen.

Gewitterwolke: zieht häufig nach Nordosten

Zirren und dahinterliegende Wolkenwand: eine Kaltfront ist im Anzug – höchste Zeit zur Umkehr

Zirrostratusbwölkung: Eine Warmfront ist im Anzug. Allmählich trübt es immer mehr ein

Halo um Sonne oder Mond: feuchte Höhenluft. Langsame Wetterverschlechterung

Kondensstreifen von Flugzeugen lösen sich rasch auf: trockene Höhenluft, stabiles Wetter

Kondensstreifen bleiben lange am Himmel: feuchte Höhenluft, langsame Wetterverschlechterung möglich

 

Besser werdende Fernsicht: trockenere Luft, Wetterstabilisierung

Schlechter werdende Fernsicht: feuchtere Luft, mögliche Wetterverschlechterung

Starkes Auffrischen des Windes in der Höhe: Wetterverschlechterung

Nebel über den Niederungen: stabiles Hochdruckwetter, sofern Obergrenze nicht ansteigt und der Nebel sich nicht zu ungewohnter Tageszeit auflöst

Anzeige des auf gleicher Höhe belassenen Höhenmessers steigt: Druck fällt – Wetterverschlechterung

Anzeige des auf gleicher Höhe belassenen Höhenmessers sinkt: Druck steigt

  1. langsamer, steter Anstieg: Wetterverbesserung
  2. einen raschen Druckanstieg folgen oft Druckfall und Wetterwechsel

 

Keine Regel ohne Ausnahme, auch nicht beim Wetter. Aus diesem Grund solltest du das nur als Anhaltswerte nehmen und nicht deine Planung zu 100% darauflegen.

Mehr findest du auch hier.

 

Was soll ich mit den Infos jetzt machen?

Das Wetter und Wetterelemente ist und bleibt ein entscheidender Faktor beim Planen und Erfolg von Hochtouren. Wichtig ist, das Wetter für die Touren richtig einzuschätzen zu lernen. Der Wetterbericht gibt den besten Anhaltspunkt. Als Tipp würde ich dir empfehlen, das Wetter in den Bergen bei guten und bei schlechtem Wetter immer zu beobachten. So lernst du mit der Zeit, wie sich das Wetter verhält und lernst die genannten Wetterzeichen besser deuten. Auch hier ist Geduld und Erfahrung gefragt. Das wird sich mit der Zeit entwickeln.

Ich hoffe dir hat der Artikel gefallen. Bis dann,

Jonathan

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