Ich kann mich noch an einige Touren erinnern, die konnte ich einfach nicht genießen. Das hatte verschiedene Gründe. Das ist natürlich schade und sollte auch nicht so sein. Heute will ich dir zeigen, was du machen kannst, sodass deine Touren zum Genuss werden. Fokus haben wieder Hochtouren. Die Tipps kannst du aber auch auf andere Touren anwenden. Die Tipps haben keine Reihenfolge in der Gewichtung.

 

1. Tipp: Plane Pausen ein 

Ich kann dir hier mal beschreiben, wie ich früher Touren geplant habe. Ich wollte so viele Touren und Gipfel in eine Woche reinpacken, wie es nur geht. Pausentage waren nicht eingeplant. Auch nach langen Touren ging es immer gleich ins Tal, anstatt auf der Hütte nochmal zu übernachten. Das hat dazu geführt, dass ich schnell auf einigen Gipfel war, aber genießen konnte ich einige Touren nicht. Die Lösung ist relativ einfach und offensichtlich – Pausentage.

Für mehr Genuss habe ich für mich zwei Arten von Erholung eingeplant. Nach langen Touren übernachte ich immer nochmal auf der Hütte, anstatt direkt abzusteigen. Das finde ich mittlerweile ein schönes Ritual. Am Abend kann man beim Essen nochmal die Tour Revue passieren lassen. Am nächsten Morgen ist es entspannter und isst in Ruhe sein Frühstück, bevor man absteigt. Dadurch bist du nicht so gestresst, wenn du im Tal ankommst.

Das Zweite sind Pausentage im Tal. Nach unsere Traversee Royale haben wir letztes Jahr noch 2 Tage in Chamonix verbracht. So konnten wir uns komplett entspannen und in Ruhe nochmal über die Tour sprechen und alles verarbeiten. Das war super cool und würde ich, wenn es die Zeit und das Geld zulässt immer wieder machen.

 

2. Tipp: Bereite dich gut auf die Touren vor

Für mich habe ich gemerkt, je fitter du bist bzw. je besser ich körperlich vorbereitet bin, umso entspannter werden die Touren. 2017 habe ich nach der Spaghetti Runde richtig gelitten. Ich war einfach fertig. Jeder Schritt war anstrengend und der Weg zur Bahn war unendlich lang und wollte für mich fast nicht enden. Meinen Puls habe ich nicht mehr senken können. Deshalb habe ich danach den Fokus auf mein Training gelegt. Seitdem ich körperlich gut vorbereitet bin, kann ich die Touren auch besser genießen. Ich denke mir nicht bei jedem Schritt, dass ich müde und fertig bin. Aus diesem Grund kann ich dir nur empfehlen Fokus auch auf das Training zu legen. Wie man Training aussieht, erfährst du hier.

 

3. Tipp: Mache es dir selbst nicht zu schwer

Dieser Punkt kann etwas kontrovers sein und vor allem auf Social Media kann ich mir den ein oder anderen Kommentar vorstellen. Was meine ich aber hier genau. In den Bergen gibt es mittlerweile eine gute Infrastruktur. Bedeutet es gibt mittlerweile eine Menge Seilbahnen, welche einige Wege erleichtern. Oft wird das Argument genutzt, dass sei kein richtiges Bergsteigen und man hat einen Berg nicht by fair means (Verzicht auf technische Hilfsmittel) geschafft. 

Aber jeder darf den Berg besteigen, wie er möchte. Manchmal ist eine Bahn eine große Hilfe. Viele Wege und besonders Abstiege kosten viel Kraft und sind manchmal nicht einmal schön. Wenn man einen langen Weg mit Bergschuhen runtergeht, kann das Blasen mit sich ziehen, weshalb man weitere Touren danach nicht so genießen kann. Ich selbst nutze Bahnen besonders als Hilfsmittel im Abstieg, wenn diese vorhanden sind. Wenn nicht habe ich auch kein Problem damit. Wenn es dann aber möglich ist, nehme ich Zustiegsschuhe mit, um den Hüttenzustieg zu vereinfachen. Entscheide einfach, wie es für dich richtig ist und nicht was andere darüber denken.

 

Mehr Genuss am Berg

Ich habe zu dem Thema für mich gelernt, dass ich es mir oft selbst am schwersten mache. Besonders der Punkt mit den Pausen, habe ich am Anfang gar nicht gemacht. Das würde ich als einen der größten Fehler bezeichnen. Im Vergleich zum Start meiner Hochtourenlaufbahn ist das Thema Genuss der Touren an Wert gestiegen. Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen. Bis dann,

Jonathan

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