Meine Learnings aus der Tourensaion 2021

Learnings bei Hochtouren

Wie eigentlich jedes Jahr schaue ich am Ende der Saison auf meine Touren zurück und überlege, welche Learnings ich hatte und was ich daraus für die kommende Saison ableiten kann. Ich mache das mittlerweile seit 4 Jahren und ich kann für mich nur sagen, dass es mich enorm weitergebracht hat. Zum einem, um sehen was schon alles klappt und wo ich noch besser werden, zum anderen in Bezug auf neue Touren. Ich kann dir hier nur raten, das auch mal auszuprobieren. Aber lass uns mit meinen Punkten loslegen.

 

Sonne in den Bergen – Sonnenbrand

Das erste Learning hat vor allem die Tour auf den Dent Blanche bestimmt. Ich hatte nach Touren schon öfter ein wenig Sonnenbrand im Gesicht. Nie schlimm, aber es kam schon öfter vor. Ich habe mich auf Touren immer morgens eingecremt und wenn ich daran gedacht habe, unterwegs. Und hier liegt der Knackpunkt – wenn ich daran gedacht habe. War die Tour anspruchsvoll, habe ich währenddessen oft nicht mehr daran gedacht und so kam es ab und an zu einem Sonnenbrand. Bisher hatte ich wie oben beschrieben Glück, dass es keine Auswirkungen hatte. Nach der Tour auf den Dent Blanche hatte ich aber extremen Sonnenbrand, und zwar auf den Lippen.

 

Meine Lippen sahen aus, als hätte ich mich einer Botox Behandlung unterzogen. Es tat super weh, sie waren geschwollen und so waren die darauffolgenden Tage und Nächte eher unangenehm. Von außen sah es einfach nur witzig aus. Zum Glück ging es für mich direkt danach nicht weiter auf Tour. Das wäre eine Qual geworden.

 

Aus diesem Grund habe ich mir schon für die nächsten Touren im August vorgenommen, dass das nicht noch einmal vorkommen darf und so habe ich mir erstens immer viel Sonnencreme aufgetragen, besonders auf die Lippen und zweitens regelmäßig Pause nur fürs Eincremen eingelegt. Auch in der nächsten Saison muss ich darauf wieder achten und diese Pausen machen. Als Lichtschutzfaktor habe ich immer eine 50er dabei. Alles andere ergibt auch in den Bergen keinen Sinn.

 

Abklettern – schneller und sicher am Ziel

Gerade bei der Traverse Schreckhorn Lauteraahorn ist es aufgefallen: Ich bin bisher kaum abgeklettert. Bei den meisten Touren habe ich mich abgeseilt, wenn es möglich war. An sich nichts Schlimmes. Nur ist es meistens nicht so schnell mit Seilhandling und allem Drum und Dran. Natürlich werde ich mich weiter an schweren Stellen abseilen. Das meine ich hier nicht. Aber ich möchte die Flexibilität haben, auch Stellen abklettern zu können, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Das Abklettern ist nichts, das man von heute auf morgen kann. Mano hat mir den Tipp gegeben, gerade in Blockgelände z.B. neben Hütten das Öfteren zu üben. So bekommt man Routine und Erfahrung. Das heißt für mich, ich kann es auch nur üben, wenn ich in den Bergen bin. Ich werde es auf jeden Fall machen, um meine Fähigkeiten noch zu erweitern.

 

Umgang mit schlechtem Wetter

Wir hatten in meinem ersten Urlaub von den ersten 3 Wochen, 2 Wochen echt nur schlechtes Wetter. In der ersten Woche haben Nico und ich ein paar Tage gewartet und gehofft das es besser wird, was es nicht wurde. Das hat unsere Stimmung echt heruntergezogen und hat ein komisches Gefühl hinterlassen. Man sitzt in den Bergen direkt vor seinen Zielen und kann nicht hoch. Das kann wirklich immer passieren. Für mich nehme ich hier mit, dass man bei so einem Wetter bzw. bei so einer Vorhersage die Tour schneller abbricht und im Zweifelsfall wieder nach Hause oder wo anders hinfährt. Eine Alternative wäre sich ein Schlechtwetterplan zu überlegen. Ich nehme für mich 2 Dinge mit. Erstens Budget für schlechtes Wetter einzuplanen z.B. ein Wellnesshotel und zweitens schneller abzubrechen und abzureisen, wenn es keinen Sinn macht und ggf. wieder hinzufahren, wenn sich das Wetter bessert.

 

Flexibel sein

Ein weiters Learning hat mit dem Thema Planung* zu tun. Ich plane meine Touren immer weit im Voraus und reserviere die Hütten, plane die Ausrüstung und Logistik danach. So hatte ich auch für die zweite Tourenwoche mit Max den Plan in Frankreich zu bleiben und dort weitere Touren zu machen. Nach der Traversee Royale hatte ich aber nicht mehr so viel Lust noch weiter in Frankreich unterwegs zu sein. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob ich einfach weiter an meinem Plan festhalten soll oder doch alles über den Haufen werfe. Das bedeutet auch immer Aufwand ggf. Kosten. Ich habe für mich beschlossen, dass ich trotz Plan lieber auf mein Bauchgefühl hören will, und so haben wir uns entschieden ins Wallis zu wechseln. Eine komplett richtige Entscheidung. Für mich habe ich mitgenommen, nicht so starr an meinen Plänen zu hängen, sondern flexibler zu sein und auf mein Bauchgefühl zu hören.

 

Schwere Touren mit Experten

Gerade jetzt habe ich gemerkt, dass wenn ich immer schwerere Touren mache auch meine Tourenpartner das Können dafür haben müssen. Mit Können meine ich auf der einen Seite die bergsteigerischen Fähigkeiten und auch die passende Fitness. Wenn ich keinen passenden Tourenpartner für eine Tour habe, werde ich auch wie dieses Jahr auf einen Bergführer zurückgreifen. Ich möchte damit das Erlebnis am Berg steigern und das Risiko senken. Es gibt nichts schlimmeres als Frust am Berg. Das Problem kommt vor allem daher, dass ich mittlerweile echt viele Woche im Sommer unterwegs bin, das andere nicht so machen können. Das ist auch kein Problem. Aber man muss sich ein wenig von dem Gedanken frei machen Touren nur mit einer bestimmten Person zu machen, wenn diese nicht so weit ist.

 

Meine Learnings

Nochmal kurz für dich meine Learnings zusammengefasst, was ich diese Saison für mich gelernt habe.

  1. Regelmäßig eincremen. Pausen dafür einlegen
  2. Abklettern üben. Nicht immer abseilen
  3. Schlechtes Wetter akzeptieren und wenn nötig früher abreisen
  4. Bei der Planung auch auf sein Gefühl hören und flexibel sein
  5. Tourenpartner immer passend für die Schwierigkeit auswählen

 

Ich hoffe, die Lernpunkte helfen dir auch weiter. Du kannst auch gerne in den alten Artikel schauen, was ich bisher alles für mich mitgenommen haben. Ich freue mich auf dein Feedback. Du kannst auch gerne deine Lernpunkte teilen. Ich hoffe dir hat der Artikel gefallen. Bis dann,

 

Jonathan

 

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1 Antwort

  1. 13/12/2021

    […] was gut gelaufen ist und wo ich mich auch verbessern kann. Das mache ich nicht nur mit meinen Lernpunkten, sondern auch mit meiner Ausrüstung. Hier schaue ich, ob, ich etwas Neues brauche und oder […]

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