Bergsport und Corona

Titelbild Corona und Bergsport - Bergsport und Corona

Das gerade alles beherrschende Thema ist Corona. Jeden von uns hat es in seinem Alltag unterschiedlich getroffen und beeinflusst. Auch auf den Bergsport und damit auf das Hauptthema auf meinem Blog hat es einen großen Einfluss. Letzte Woche gab es Empfehlungen des DAVs zum Umgang mit Bergsport und Corona. Heute will ich den Einfluss auf den Bergsport näher beleuchten, die Empfehlungen des DAVs vorstellen und meine persönlichen Pläne für die Tourensaison aufzeigen.

 

Einfluss auf den Bergsport

Seit Ausbruch des Coronavirus mussten die Kletter- und Boulderhallen schließen. Die Empfehlung und Bitte war es auf Bergtouren zu verzichten. Alle geplanten Touren von Organisationen wurden abgesagt. Seit letzter Woche gibt es die ersten Lockerungen, die auch den Bergsport betreffen. Diese möchte ich dir jetzt vorstellen.

 

Empfehlungen des DAVs

Der DAV hat letzte Woche seine Empfehlungen zum Umgang mit Corona beim Bergsport gegeben. Dazu haben die Verantwortlichen des DAVs Grundregeln aufgeschrieben und diese für die einzelnen Bergsportarten definiert. Die Regeln sind auch in Zusammenarbeit und in Anlehnung mit dem österreichischen Alpenverein entstanden.

 

Präambel: Als Berg- und Outdoorsportler kennen wir die Bedeutung von Eigenverantwortung, risikobewusstem Handeln, Kameradschaft und Erfahrung. Unerwartet und ohne Vorerfahrung sind wir nun mit einem neuen, gefährlichen Virus konfrontiert. Wir müssen daher unsere altvertrauten Sicherheitsvorkehrungen um einige Maßnahmen erweitern, damit wir das Infektionsrisiko bei der Ausübung unseres Sports minimieren. Experten des Deutschen Alpenvereins haben Empfehlungen für die Bergsportausübung in Zeiten von Corona erarbeitet, die mit den Verordnungen der Behörden in Einklang stehen und gleichzeitig eine zumutbare und befriedigende Sportausübung ermöglichen.

 

Grundregeln und Empfehlungen

Grundregeln/Empfehlungen des DAVs zum Bergsport in Zeiten des Coronavirus

  1. Risikobereitschaft zurücknehmen. Bleibe unter deiner Leistungsgrenze
  2. Bergsport nur in erlaubten Kleingruppen. Bergsport nur in der von den Behörden zugelassenen Personenanzahl und Personenzusammensetzung durchführen. Keine Grenzübertritte
  3. Abstand halten. Mindestens 2m. Einen Mund-NasenSchutz verwenden, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.
  4. Gewohnte Kontakt-Rituale unterlassen z.B. Gipfelglückwunsch
  5. Mund-NasenSchutz und Desinfektionsmittel mitnehmen
  6. Mund-Nasen-Schutz bei erlaubten Fahrgemeinschaften. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bevorzugen
  7. Im Notfall wie immer. Als Ersthelfer nach den allgemein üblichen Erste-Hilfe-Richtlinien vorgehen und zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz verwenden

Ausführliche Beschreibung des DAVs findest du hier zum Nachlesen. Ich habe dir die Empfehlungen gekürzt widergegeben.

 

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Blick vom Mönch Richtung Tal (Juli 2019)

Neben den Grundregeln gibt es noch erweitere Empfehlungen für die verschiedenen Spielformen des Bergsportes. Ich stelle dir hier noch die Regeln beim Klettern und Hochtouren gehen vor. Die restlichen Spielformen wie Klettersteig gehen, Mountainbiken, Alpinskifahren kannst du dir online durchlesen.

 

Weitere Empfehlungen beim Mehrseillängen-Plaisirklettern/Alpinklettern/Hochtourengehen

  1. Umsetzen der Grundregeln.
  2. Immer nur zwei Personen am Standplatz.
  3. Partnercheck auf Distanz: Die Partner fordern sich gegenseitig zur Überprüfung von Knoten, Karabiner, Sicherungsgerät und Gurt auf und beobachten sich dabei gegenseitig.
  4. Hände desinfizieren vor und nach einer Klettertour.

 

Aktuell ist ergänzend zu den Empfehlungen zu beachten, dass die jeweiligen Regeln der Bundesländer zu beachten sind und die Hütten weiterhin geschlossen haben. Diese stehen deshalb weder für die Verpflegung (Teilweise To-Go Service) noch zur Übernachtung zur Verfügung in Deutschland.

 

Meine persönliche Tourensaison

Wie ich es dir schon in vielen meiner Blogartikeln geschildert habe, wollte ich dieses Jahr auf Expedition nach Peru. Vor circa einem Monat habe ich schon nach Rücksprache mit AlpineWelten entschieden, die Tour auf 2021 verschieben. Entscheidend waren dafür vor allem die Faktoren der schwierigen Vorbereitung und der Ungewissheit, welche Reiseregeln bis dahin gelten. Mit der Entscheidung haben sich ein paar Dinge geändert und ich habe meine Planung angepasst.

 

Da ich Anfang April überhaupt nicht abschätzen konnte was sein wird, habe ich mich für folgende Strategie entschieden. Du hast das Ziel alle 82 4000er der Alpen zu besteigen, also planst du jetzt alle offenen Berge, da meine Hoffnung war, dass ich in die Alpen komme. Zudem plane ich auch Touren für Österreich und Deutschland, um maximal vorbereitet zu sein und einfach eine Tour auf die Schnelle zusammenstellen zu können, sobald klar ist, welche Voraussetzungen wir haben.

 

Bei meiner Planung habe ich auch immer beachtet, dass es sein kann, dass die Hütten nicht offen haben. Aus diesem Grund bereite ich Touren und Berge vor, welche man vom Tal erreichen kann, sodass ich im Tal übernachten kann. Zudem informiere ich mich über das Thema Zelten in den Bergen. Dies hat einen Vorteil, da es auch ein Training und eine Vorbereitung für Expeditionen ist. Du siehst, dass man die Zeit auf jeden Fall nutzen kann und es aus meiner Sicht irgendwie möglich wird, diesen Sommer in den Bergen unterwegs zu sein. Auch wenn es anders wie gewohnt ist.

 

Meine Touren bereite ich immer mit einer kleinen Tourenplanervorlage vor.

 

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Blick vom Mönch aufs Berner Oberland (Juli 2019)

Mein Training

Corona hat vor allem mein Training beeinflusst. Im positiven, wie auch im negativen Sinn. Durch Corona hat wie oben beschrieben meine Kletterhallte und mein Fitnessstudio geschlossen. Aus diesem Grund habe ich viel Zeit ins Lauftraining gesteckt und war noch nie so viel laufen und so schnell wie aktuell. Für Ausdauerparts bei Hochtouren die perfekte Vorbereitung. Durch das fehlende Kletter- und Fitnesstraining habe ich definitiv an Kraft verloren. Zum Glück hat meine Kletterhalle unter Auflagen die Außenwände wieder freigegeben, sodass ich hier wieder starten kann. Zum Beginn liegt der Fokus wieder in die Bewegungen und in die Abläufe rein zu finden und nicht sofort wieder zu übertreiben. So denke ich kann ich mich ganz gut auf Touren in den Alpen vorbereiten.

 

Corona und Bergsport

Wie du siehst kann man trotz der aktuellen Situation viel machen. Wichtig ist vor allem der Fokus darauf, was alles möglich ist. Informiere dich weiter über aktuelle Empfehlungen des DAVs und der anderen Alpinvereine. Regelmäßige Corona Updates dazu gibt es auch bei mir auf Instagram und in meinem Blogartikel. Zum Schluss interessiert mich noch, wie du die Tourensaison angehst. Hinterlasse gerne einen Kommentar.

Eine schöne Woche und bleib gesund. Bis dann,

 

Jonathan

1 Antwort

  1. 29/06/2020

    […] ein paar Wochen habe ich bereits einen Artikel zum Thema Bergsport und Corona geschrieben. In diesem Artikel werde ich ein neues Update geben und dir zeigen, welche Regeln in […]

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