Beispielplanung Besteigung Dom

IMG 3713 e1535920141100 - Beispielplanung Besteigung Dom

 

Letzte Woche habe ich mit dir schon einige meiner Erkenntnisse über meine Hochtouren dieses Jahr geteilt. Das waren noch nicht alle Lernpunkte, welche ich dieses Jahr hatte. Heute soll es jedoch um die meine noch anstehende Tour gehen. Ich habe mit dir bereits das grobe Rahmenprogramm geteilt. Heute will mit dir die Feinplanung exemplarisch durchgehen. Als Beispiel dient die Besteigung des Doms. Dieser ist der erste Berg, welchen wir bei unserer Tour erklimmen werden.

 

Allgemeine Toureninformationen zum Dom

 

Im ersten Schritt finde ich es erstmal wichtig alle notwendigen Informationen zu sammeln. Von groben Informationen bis hin zu den Details:

 

Der Dom ist der höchste hundertprozentige Berg in der Schweiz mit einer Höhe von 4545m. Man startet aus dem Talort Randa (1407m). Auf dem Weg zum Gipfel gibt es noch die Domhütte (2940m). Da es keine Seilbahnen etc. gibt muss man sich den Berg von Tal aus verdienen. Man muss 3200 HM überwinden, was echt eine ganze Menge ist. Da dies nicht an einem Tag möglich ist, teilen wir die Tour auf. Wir steigen am ersten Tag auf die Domhütte auf. Nach einer Übernachtung geht es am nächsten Tag auf den Gipfel. Wichtig bei so einer Tour ist eine Vorakklimatisation. Ohne diese kann es bei der Höhe zu gesundheitlichen Problemen kommen. Bereitet euch auf solche Höhen gründlich vor, um das Risiko zu mindern. Ich selbst bin durch meine letzten Touren akklimatisiert und dadurch bestens vorbereitet.

 

IMG 3799 e1535920197427 - Beispielplanung Besteigung Dom

Anforderungen für die Tour

 

Über die Anforderungen findet man folgenden Informationen:

  • Im Fels Stellen 2 am Festijoch
  • Festigrat: meist Firngrat bis 40°, Stellen bis 50°, zunehmende Ausaperung, besonders am Saisonende

 

Material: Gletscherausrüstung

 

Route: Randa – Domhütte 1550 HM (4 ½ Std.)

            Domhütte – Dom 1670 HM (5 ½ Std.)

            Dom – Domhütte 1670 HM (3 ½ Std.)

 

Du kannst erkennen, dass diese Tour keine Anfängertour mehr ist. Ich rate Anfängen davon ab. Ich will diese Tour mit dir teilen, um zu zeigen was möglich sein kann, nach ein paar Jahren Bergerfahrung. Generell informiere ich bei meinem Blog nur über meine Touren. Ich plane die Risiken für mich ein und für niemand anderen. Zudem gehe ich fast alle Touren mit Bergführen. Deine Grundausbildung ist wirklich entscheidend für dein Bestehen am Berg. Bitte vergiss das nie.

Detaillierte Toureninformationen

 

Von Randa führt ein gut markierter und teilweise klettersteigartiger gesicherter Steig zur Domhütte. Der Steig ist nach Westen exponiert. Das bedeutet es ist der Nachmittagssonne ausgesetzt. Das kann man bei seinem Aufstieg beachten. Aus diesem Grund starten wird schon morgens den Aufstieg und verbringen den Rest des Tages auf der Hütte. Da der Anstieg auf den Dom zeitintensiv ist wird man mitten in der Nacht starten. Ein weiterer Vorteil, wenn man schon frühzeitig an der Hütte ist, man kann die Zeit zum Ausruhen nutzen.

 

IMG 3804 e1535920258191 - Beispielplanung Besteigung Dom

 

Tag der Besteigung

 

Die Uhrzeit zum starten ist Jahreszeitenabhängig. Sprich dafür am besten mit dem Hüttenwirt. Es kann dir diese Fragen am besten beantworten. Von der Hütte geht eine Pfadspur los Richtung Festiggletscher. Ziel der ersten Etappe ist das Festijoch (3723 m). Vom Festijoch werden wir den Weg über die Nordflanke wählen. Es gibt auch einen anderen Weg über den Festigrat. Auf dem Weg über die Nordflanke quert man unterhalb eines Gletscherbruches. Wichtig ist, dass man sich hier nicht lange aufhält, da es dort gefährlich ist. Der restliche Aufstieg erfolgt über die Flanke. Weiter oben gelangt man über den Vorgipfel (4480 m) auf einen Schneegrat, welcher einem auf den Hauptgipfel führt. Der Abstieg erfolgt analog dem Aufstieg. Schnelligkeit im Abstieg bedeutet hier auch ein Gewinn von Sicherheit. Die Gefahren beim queren des Gletscherbruches sind um eine spätere Uhrzeit höher. Hier aufpassen.

 

Ich bin schon gespannt auf die Tour. Wichtig ist, dass man solche Touren mit der notwendigen Ernsthaftigkeit, Können und Fitnesszustand angeht. Die Fehlergrenze ist bei solchen Touren immer geringer. Das sollte man nie vergessen.

 

Jetzt hast du gesehen, wie eine Detailplanung aussehen kann. Sicher hast du dich gefragt, woher hat er überhaupt die ganzen Informationen genommen für seine Planung. Über genau dieses Thema werde ich mit dir nächste Woche sprechen. Die kommende Woche bin nicht erreichbar und nicht auf Social Media präsent. Nach meiner Tour wirst du wieder wie gewohnt von mir hören. Bis dahin wünsche ich dir eine schöne Woche.

 

Grüße aus den Bergen,

Jonathan

1 Antwort

  1. 24/09/2018

    […] soll es ergänzend zu meinem letzten Artikel um das Thema Planung gehen. Ich habe dir schon gezeigt, wie du deine Tour planst. Heute stelle ich […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.