Eisklettern – Wie ist es wirklich?

Titelbild Eisklettern im Sellraintal - Eisklettern - Wie ist es wirklich?

Eisklettern – die Champions League des Bergsteigens?

Ich bin wieder zurück vom Eisklettern und ich bin wirklich völlig fasziniert von dieser Sportart. Heute will ich mit dir meine Erfahrungen teilen – was ich erlebt habe, wie es mir dabei ging, für wen der Sport geeignet ist und wie du starten kannst. 

 

Wie habe ich Eisklettern erlebt?

Zu meiner ersten Frage – ja es ist die Champions League des Bergsteigens. Keine andere Spielform des Bergsteigens hat mich bisher so gefordert, sowohl körperlich als auch mental. Das ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Das liegt an den vielen Einflüssen die beim Eisklettern mitspielen. Aber von vorne.

 

Eisklettern – der Start

Ich wollte Eisklettern probieren, weil ich auch im Winter die Faszination der Berge erleben möchte. Ziel war es, meine Fähigkeiten am Berg zu erweitern und neue Dinge zu lernen. Der schnellste Weg eine neue Sportart zu erlernen geht am besten mithilfe eines Bergführers und so habe ich einen Grundlagenkurs zum Thema Eisklettern gebucht. Den Kurs habe ich bei AlpineWelten durchgeführt und dir hier verlinkt. Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Schritt zu gehen. Dadurch kannst du dein Fundament richtig legen.

 

Voraussetzungen fürs Eisklettern?

Direkt welche gibt es nicht, aber für Anfänger ist es erstmal nicht geeignet, kann aber ein Ziel sein.

Du solltest erst die Grundlagen legen. Voraussetzungen aus meiner Sicht sind:

  • Klettererfahrungen – in der Halle, am Fels und im hochalpinen Gelände
  • Hochtourenerfahrung – Umgang mit Steigeisen und Eispickel

 

Die Grundlagen

Am ersten Tag sind wir in den Kurs gestartet mit einem kurzen Vortrag über die Gefahren beim Eisklettern und die benötigte Ausrüstung. Interessant für mich war, dass die meisten Unfälle beim Eisklettern im Zu- und Abstieg zum Eiswasserfall passieren. Das liegt daran, dass man sich immer im potenziell lawinengefährdeten Bereich bewegt. Aus diesem Grund haben die Bergführer nahe gelegt, Ausrüstung für Lawinenrettung dabei zu haben. Auf das Thema Lawinen und die Gefahren werde ich bald in einem separaten Artikel eingehen.

 

Nach der Einweisung ging es an den hauseigenen Wasserfall. Der Anblick war beeindruckend. Ich war überrascht, dass ich noch Wasser hören konnte. Der Wasserfall war nur in der vorderen Schicht gefroren. Bedeutet auch im Umkehrschluss: man kann beim Klettern durchaus nass werden. Beim Klettern ist mir aufgefallen, wie viel Schnee und Eis von oben runter fliegt. Man kann während dem Klettern permanent getroffen werden.

 

Auf was musst du jetzt alles achten?

  • Der Zustieg: Besteht Lawinengefahr? Gibt es im Gelände Dinge zu beachten?
  • Am Wasserfall: Wie ist die Eisqualität? Was nehme ich wahr? Wie deute ich diese Zeichen? Wie entwickelt sich die Temperatur?
  • Beim Klettern: Stehe ich stabil? Habe ich meinen Rhythmus?
  • Beim Sichern: Habe ich einen stabilen Standplatz?

Gerade beim Klettern ist es mit den Steigeisen sehr ungewohnt. Du schlägst die Steigeisen ins Eis und musst dann aktiv mit den Fersen runter gehen für den optimalen Halt. Das ist aber genau anders herum als man sich denkt. Aus Reflex geht man mit den Fersen immer nach oben, das erhöht aber nicht den Stand. Diesen Punkt musste ich mir auch immer bewusst machen. Das war eine meiner größten Schwierigkeiten. Auch dem Stand mit den Steigeisen zu vertrauen und nicht alles aus den Armen zu machen. Es ist ein ähnliches Gefühl wie beim ersten Klettern in der Halle. Dort habe ich zu Beginn auch meinem Stand nicht so viel zugetraut wie meinen Armen. Das Ergebnis war gleich, meine Arme waren am ersten Tag ziemlich schnell erschöpft. Die darauffolgenden Tage habe ich auf diesen Punkt mehr geachtet und besonders meine Beinarbeit trainiert. Das ist entscheiden für das Eisklettern.

Das waren ein paar Eindrücke von meiner Seite. Ich freue mich von dir zu hören. Bis dann,

 

Jonathan

1 Antwort

  1. 20/01/2020

    […] ich den Kurs besucht habe, was man dort lernt und ob etwas anders ist im Vergleich zu meinem ersten Kurs. Ich wünsche dir viel Spaß beim […]

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